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Das Büttenpapier
alte Papiermühlen

  Papiermühle:Innere
 


Der Reisende, der Amalfi, eine Stadt, wo Geschichte und Legende ineinander übergehen, anfährt, weiss sicher von ihrer Herrschaft über die Meere in den vergangenen Jahrhunderten, als sie Italiens zweitgrösste Seerepublik wurde. Kaum würde er hingegen auf den Gedanken kommen, dass die Erzeugung von Büttenpapier, auch «Lumpenpapier» genannt, zu den interessantesten Tätigkeiten dieser Stadt zählt, die Formoberflächdank ihren landschaftlichen, bauwerklichen und sonstigen künstlerischen Schönheiten sowie ihrer geschichtlichen Grösse als «göttlich» bezeichnet worden ist.

Die ersten Berichte über die Papierherstellung kommen aus China und reichen ins zweite Jahrhundert v. Chr. zurück. Die Erfindung wird Tsai Lun, einem ideenreichen Mandarin, zugeschrieben. Im 7, und 8. Jh. wurden die Herstellungstechniken auch von den Japanem und anderen, in den angrenzenden Ländem ansässigen Völkern übernommen.

Sodann, verbreitete sich dieser Industriezweig über Kleinasien und Arabien. In Italien ist Papier erstmals gegen Ende des 11. Jh. nachweisbar, als die zum Schreiben benützten Papyrusrollen teurer und teurer, wurden und gänzlich vom Markt abhandenzukommen drohten. Die Vermutung ist begründet, dass es von den Amalfitanem, die zu jener Zeit umfangreiche Handelsbeziehungen zu den Arabem unterhielten, in Italien eingeführt worden war. Jedenfalls war Amalfi eine der ersten unter den Städten Europas, die Büttenpapier herstellten. Im Laufe des Mittelalters ,wurden in der Stadt selbst und an der Küste entlang zahlreiche Papiermühlen eröffnet.

Das in Amalfi und seiner Umgebung hergestellte Büttenpapier wurde sowohl zur Zeit der Angiovinischen und Borbonendynastien in allen königlichen Kanzleien für öffentliche Dokumente aller Art benützt. Nur zur Zeit König Friedrichs II wurde es nicht verwendet, da dieser, um die wachsende Verdrängung des Pergaments zu verhindern, 1820Papiermühle: Innere die Ausstellung von öffentlichen Dokumenten auf sogenanntem Bambacinapapier in den Kanzleien von Neapel, Sorrent und Amalfi ausgesprochen verbot. Die Bezeichnung Bambacinapapier rührte von der arabischen Stadt Bambyche her, wo dieses Papier aus Leinen - und Hanflumpen gefertigt wurde.

Bereits gegen Ende des 13. Jh. war dieses Papier auf der ganzen Küste verbreitet; das Wappen der Stadt gewährleistete seine Qualität und schützte die Handwerker der Stadt vor Fälschung und Nachahmung.
Das altamalfitanische Büttennapier wurde folgendermassen hergestellt als Rohstoff wurden Lumpen verwendet. Diese wurden zerstückelt und in Steinbehältern mittels wasserbetätigten Hämmern oder Holzmörserkeulen bis zur kompletten Entfaserung gestampft.

Die so gewonnene Masse, wurde dann in Rührbütten geschlüttet; der zuständige Arbeiter tauchte in die Bütte einen Rahmen mit einem feinein Metallnetz darüber (eine Art Sieb), Form genannt, fing damit eine gewisse Menge Paste auf und verteilte eine gleichmässig dünne Schicht davon auf die gesamte Formoberfläche.

Sodann, wurde Wasser daraufgegossen und die dünne Pastenschicht zwischen zwei Filzblätter eingebettet. Man presste die Paste zwischen den Filzblättern bis jegliche Wassereste beseitigt wurden, und liess das so gewonnene Blatt im Freien trocknen. Später, wurde das Blatt mit Tierleim behan delt, erneut getrocknet, geglättet und handausgebügelt. Das Blatt war somit - und ist auch heute noch - verfügbar für Druck von alten Estampen, Xilographien, und wertvolle Kunstdruckbücher, oder als Briefpapier.

 

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